Der ultimative Guide für einen tragfähigen Businessplan

Chris
Redakteur, mein-gruendungszuschuss.de
  (zul. aktual.)

 Lesezeit: ca. 12 min

Der Businessplan (oder auch Geschäftsplan) ist das Herzstück eines jeden Antrags auf Gründungs­zuschuss: Er ist die konkretisierte und verschriftlichte Zusammenfassung Deiner Geschäftsidee bzw. Deines Geschäftskonzepts.

Ferner werden wir die nachfolgenden Erläuterungen auf die Anforderungen des Gründungs­zuschusses zuschneiden. Allerdings könnten für andere (kompetitivere) Förderprogramme, Investoren oder Bankkredite umfangreichere Businesspläne erforderlich sein, welche außerhalb des Rahmens dieses Blogbeitrags liegen.

Übersicht und Aufbau

Generell sollte der Businessplan Deinen Plan, wie Du Dein Geschäftskonzept umsetzen möchtest, enthalten. Dabei sollten Deine Strategie, Ziele und geplanten Maßnahmen derart hervorgehen (ohne großes „Fachchinesisch“, da die Leser oftmals keine Spezialisten auf dem Gebiet sind), dass Investoren, Kapitalgeber und staatliche Förderbanken diesen als Bewertungsgrundlage verwenden können.

Der Businessplan sollte kurz und knapp aber dennoch aussagekräftig in der dritten (3.) Person (z.B. „Herr Mustermann“ oder „die Gründerin“) formuliert sein und ca. 15-20 Seiten (max. 25 Seiten zzgl. Anhänge) umfassen, die wie folgt strukturiert sind:

Beim Businessplan geht Qualität klar vor Quantität. Daher solltest Du Dir ausreichend Zeit dafür einplanen. Es ist immer schwer abzuschätzen, wie viel Zeit ein ungeübter oder durch­schnittlicher Schreiber braucht: Das reine Schreiben (inkl. Lektorat) kann für solche Gründer schätzungsweise von mindestens 1 Woche bis zu 1 Monat dauern; letztere Zeitabschätzung ist insbesondere dann wahrscheinlich, wenn man ungeübt ist und noch nie einen Business­plan inkl. Finanzplan erstellt hat. Dann stellt sich natürlich immer noch die Frage nach der Qualität (z.B. der Formulierungen, der Finanzplanung oder generell des Inhalts). Daher solltest Du die Opportunitätskosten im Blick behalten und Dich insbesondere dann, wenn Du noch nie einen Businessplan selbst erstellt hast, unterstützen lassen bzw. jemanden beauf­tragengehe da kein Risiko ein, spare Dir wertvolle Zeit und vor allem erhöhe deutlich Deine Erfolgschancen!

In den folgenden Unterkapiteln gehen wir nun auf die o.g. einzelnen Bausteine des Business­plans näher ein.

Titelseite

Die Titelseite eines Businessplans sollte für den Leser ansprechend gestaltet sein und alle wichtigen Informationen enthalten:

  • Titel „Businessplan“, evtl. ergänzend „als Anlage zum Antrag auf Gründungs­zuschuss“

  • Logo des Unternehmens und/oder (exemplarisches) Themen-Foto des Gründungs­vorhabens (auf Urheber- und Nutzungsrechte achten!)

  • Gründungsstandort und -vorhaben (ggf. Fokus oder Alleinstellungsmerkmal der Unter­nehmung) in wenigen Worten, z.B.~„Gründung eines Friseursalons in Musterstadt – mit Fokus auf Hipster-Frisuren“

  • Vollständige Anschrift bzw. Kontaktinformationen (inkl. Telefon und E-Mail) des Gründers bzw. des Gründungs­zuschuss-Beantragers

Zudem sollte jeder Businessplan auch ein Inhaltsverzeichnis, das die nachfolgende (Abschnitts-)Struktur widerspiegelt, enthalten.

Auf einen Blick

Als nächstes sollte die Seite „Auf einen Blick“ folgen, die eine (größtenteils stichwortartige) Aufzählung der wichtigsten Eckpunkte Deines Vorhabens ist:

  • Gründer: Hier sollte der Antragsteller mit vollständiger Adresse und Geburtsdatum stehen.

  • Gründungsvorhaben: Das Vorhaben in wenigen Worten, wie auf der Titelseite, z.B. „Gründung eines Friseursalons mit Fokus auf Hipster-Frisuren“.

  • Zielgruppe: Hier solltest Du kurz die potenziellen Kunden Deiner Unternehmung charakterisieren, z.B. „jüngere Männer (15-40 Jahre), die Wert auf trendige Frisuren legen“.

  • Standort: Das ist der Standort, an dem Dein Unternehmen gemeldet ist.

  • Rechtsform: Die gewählte Rechtsform Deines Unternehmens.

  • Firmenname: Der Name Deines Unternehmens.

  • Startdatum: Das Gründungsdatum, an dem Dein Unternehmen gegründet wird bzw. an dem Du Deine selbständige Tätigkeit (hauptberuflich) aufnimmst.

  • Gesamtkapitalbedarf: Hier solltest Du Deinen Kapitalbedarf für die Gründung und die 6-monatige Anlaufphase angeben. Wichtig: Die Zahlen müssen mit den Zahlen in Deinem Finanzplan übereinstimmen.

  • Finanzierung: Wie soll der Kapitalbedarf gedeckt werden: Eigen- und/oder Fremd­kapital? Speziell für den Gründungs­zuschuss ist es vorteilhaft, wenn man Eigenkapital oder Fremd­kapital (z.B.~Darlehen von der Familie) mit einfließen lässt.

  • Zukunftsperspektive: Hier kannst Du das Betriebsergebnis in den ersten sechs Monaten (optional) und den ersten drei Jahren (aus dem Finanzplan entnommen) angeben. Speziell für den Gründungs­zuschuss ist es erforderlich, dass das Betriebsergebnis in den ersten sechs Monaten (ggf. im ersten Jahr) negativ ist, damit Du rechtfertigen kannst, dass Du die Förderung durch den Gründungs­zuschuss benötigst, da Dein Unternehmen ja offensichtlich (am Anfang) keinen Gewinn „abwirft“. In den folgenden Jahren sollte das Betriebsergebnis dann aber positiv sein.

An dieser Seite sollte die Vermittlungskraft der Arbeitsagentur direkt alle wichtigen Angaben zu Deinem Gründungsvorhaben finden und klar erkennen können, dass eine Förderung durch den Gründungs­zuschuss – ohne langes Suchen im Finanzplan – erforderlich ist.

Executive Summary

Der nächste Abschnitt, die Executive Summary, ist eine kurze und prägnante Zusammen­fassung Deines Businessplans, die den Leser überzeugen und Lust aufs Weiterlesen machen soll. Als Faustregel kann man sagen, dass Du die weiteren Kapitel in maximal einem Absatz von 1-3 Sätzen zusammenfassen solltest. Die Gruppierung pro Absatz und die Reihenfolge könnte wie folgt sein:

  • Motivation + Problem schildern: Im ersten Absatz solltest Du das Problem motivieren, welches Deine potenziellen Kunden (Zielgruppe) haben und das Du mit Deiner Unternehmung lösen willst.

  • Unternehmen + Gründungsvorhaben + Gründerprofil: Der zweite Absatz führt dann Dein zu gründendes Unternehmen mit Deinem Gründungsvorhaben ein: wann (= Gründungs­datum), was (= Art des Unternehmens), wo (= Standort) wird gegründet und wie löst Du das oben motivierte Problem? Speziell für den Gründungs­zuschuss solltest Du noch kurz auf Dein Gründerprofil eingehen, um kurz Deine persönliche und fachliche Eignung dafür aufzuzeigen, sprich warum bist Du bestens geeignet, das Problem zu lösen und das Gründungsvorhaben umzusetzen?

  • Markt und Wettbewerb: Der nächste Absatz sollte den potenziellen Markt analysieren und welche Konkurrenzprodukte bzw. Mitwettbewerber es noch gibt: Wie hebst Du Dich von diesen ab (z.B. Alleinstellungsmerkmale)? Was kannst bzw. willst Du besser machen?

  • Marketing und Vertrieb: Dieser Absatz präsentiert Deine Marketing- und Vertriebs­strategie: Wie (und über welche Kanäle) machst Du potenzielle Kunden auf Dein Produkt oder Dienstleistung aufmerksam und wie können sie es letztlich erwerben?

  • Finanzplan: In diesem Absatz fasst Du kurz die Kernpunkte Deines Finanzplans, die speziell für den Gründungs­zuschuss relevant sind, zusammen: erforderlicher Kapital­bedarf in der 6-monatigen Gründungs- und Anlaufphase, Finanzierungsart (Eigen- und/oder Fremdkapital) inkl. Auflistung der Finanzierungsquellen (z.B. Ersparnisse, zinsloses Familiendarlehen, Gründungs­zuschuss) sowie die Betriebsergebnisse der ersten sechs Monate (optional) und der ersten drei Jahre.

  • Persönliche Motivation des Gründers + Zukunftsperspektive: Im abschließenden Absatz solltest Du Deine persönliche Motivation kundtun (z.B. Du „brennst“ für die Thematik, Lebensunterhalt bestreiten) und eine optimistische (mittel- bis langfristige) Zukunfts­perspektive Deines Unternehmens aufzeigen (z.B.~Umwandlung in eine GmbH, Mitarbeiter einstellen).

Die Executive Summary solltest Du ganz am Ende schreiben, wenn Dein Businessplan schon nahe einer ersten kompletten Version ist.

Gründerprofil

Das Gründerprofil stellt Deinen beruflichen Werdegang vor und hebt insbesondere Deine persönliche, fachliche und betriebswirtschaftliche Qualifikation und Eignung hervor, die Dich zur Selbständigkeit befähigen. Deinen beruflichen Werdegang solltest Du durch einen tabellarischen Lebenslauf untermauern, den Du dem Businessplan anhängst (und auch auf diesen referenzierst).

Erinnere Dich auch, dass Du als Gründer das „wertvollste Gut“ Deines Gründungsvorhabens bist und der Gründungs­zuschuss in erster Linie den Antragsteller fördert. Daher sollte vor allem auf die persönliche Eignung ausgiebig eingegangen werden. Dazu gehören eine ehr­liche Analyse Deiner Stärken (z.B. Fachwissen, eigenständige und verantwortungsvolle Arbeits­weise, körperliche und mentale Fitness) und Schwächen (z.B. nur theoretische Kenntnisse in Buchhaltung), Deine intrinsische Motivation und Beweggründe (z.B. Traum erfüllen, Entfaltungsmöglichkeit, flexibleres Arbeiten), sowie Deine aktuelle Lebenslage (z.B. Unterstützung von der Familie). Wichtig ist zu beachten, dass Du bei Deinen Schwächen auch Maßnahmen auflistest, wie Du diese kompensieren kannst, z.B. bei „nur theoretischen Kenntnissen in der Buchhaltung“ kannst Du Dir einen Steuerberater zur Unterstützung heranziehen und mit der Zeit praktische Erfahrung sammeln. Bei allen Angaben (z.B. Stärken, Lebenslage) argumentierst Du, warum Dir das gerade bei der Selbständigkeit hilft bzw. helfen kann.

Bei einer Teamgründung solltest Du hier in diesem Abschnitt alle Gründungsmitglieder einzeln vorstellen und deren Beitrag zur Unternehmung hervorheben.

Gründungsvorhaben

Dieser Abschnitt sollte Dein Gründungsvorhaben ausführlich beschreiben. Hier solltest Du Deine Geschäftsidee detailliert aber für jeden (auch für Nicht-Experten) verständlich formulieren. Da die Struktur dieses Abschnittes je nach Geschäftsidee etwas anders aussehen kann, geben wir Dir hier nur die folgenden Leitfragen an die Hand, die jedoch immer geklärt werden sollten:

  • Welches Produkt oder Dienstleistung willst Du anbieten und welches Kunden-Problem löst Du damit (Kundennutzen)?

  • Was sind Deine Alleinstellungsmerkmale oder was ist die Marktlücke/Nische, auf die Du damit abzielst?

  • Wie lautet die Unternehmensphilosophie und -vision?

  • Wie bist Du auf die Geschäftsidee gekommen und warum ist es Dir ein Verlangen, diese umzusetzen?

Obwohl es hier hauptsächlich um die Geschäftsidee geht, kannst Du bereits die nach­fol­genden Abschnitte (z.B. Zielgruppe, Preisgestaltung) an geeigneter Stelle kurz anteasern und diese in den Kontext setzen.

Markt und Wettbewerb

In diesem Abschnitt solltest Du Deinen (Ziel-)Markt (inkl. Wettbewerber) und Deine Zielgruppe analysieren:

  • Wie ist Deine Zielgruppe charakterisiert (z.B. Kinder, weiblich)? Wer sind die poten­ziellen Kunden und wie viele gibt es (Absatzmarkt)?

  • Gibt es einen tatsächlichen Kundenbedarf (Nachfrage) und welche Bedürfnisse werden adressiert?

  • Gibt es vorhandene Kundenkontakte und wie kannst Du diese nutzen?

  • Wer sind Deine Mitbewerber/Konkurrenten? Was können diese gut und nicht so gut (Stärken und Schwächen aus Kundensicht)? Welchen Mehrwert bietest Du gegenüber diesen Konkurrenten?

  • Wie schätzt Du die Entwicklung der Marktsituation ein (Trends) und welchen Einfluss hat Dein Angebot auf dem Markt?

Hier solltest Du alle Angaben durch Studien oder Statistiken untermauern und Referenzen verwenden, damit die genannten Zahlen, Fakten und Deine Argumentation nicht aus der Luft gegriffen erscheinen, sondern das Ergebnis einer soliden Recherchearbeit sind.

Marketing und Vertrieb

Dieser Abschnitt sollte Deine Marketing- und Vertriebsstrategie erläutern. Dazu wieder die folgenden Leitfragen, die geklärt werden sollten:

  • Wie bzw. über welche Kanäle (z.B. Social-Media-Kampagne, Firmenwebseite, regionale Werbung) erreichst Du Deine potenziellen Kunden (bzgl. Werbung und Vertrieb)?

  • Erfolgt die Vermarktung national oder international (z.B. EU, USA, weltweit)? Zielst Du auf ein B2C- oder B2B-Geschäft ab?

  • Wie ist Deine Preisgestaltung und ggf. langfristige Kundenbindung (Niedrig­preis­strategie, Abo-Modelle)?

  • Machst Du das Marketing und den Vertrieb alleine oder wer sind Deine Partner und wie würde das organisiert werden?

Hier kannst Du bereits einige Zahlen aus dem Finanzplan nennen und anteasern, wie beispielsweise die Preisgestaltung (aus der Umsatzprognose) oder die Ausgaben für Marketingmaßnahmen.

Unternehmen

In diesem Abschnitt kannst Du Dein Unternehmen sowie Deine zukünftigen Pläne mit diesem Unternehmen vorstellen. Die folgenden Angaben bzw. Leitfragen sollten dabei enthalten bzw. geklärt sein:

  • Welche Rechtsform hat Dein Unternehmen und wo ist der Gründungsstandort? Warum hast Du ausgerechnet diesen Standort gewählt (Vor-/Nachteile, zukünftige Ent­wick­lung, Voraussetzungen etc.)? – Die Erläuterung der Standortwahl ist insbesondere bei „Offline-Geschäften“ relevant.

  • Wer sind die Gründer / Inhaber? Wie ist die „Organisation“ aufgebaut?

  • Wie deckst Du die ganzen Aufgaben ab, um Deine Geschäftsidee umzusetzen (Auf­gaben­verteilung)? Werden Mitarbeiter (wenn ja: direkt oder mittel-/langfristig) ein­gestellt (Mitarbeiterplanung)? Speziell für den Gründungs­zuschuss sollte man schon die Absicht verfolgen, dass man zuerst seinen Lebensunterhalt sichert, aber dann auf kurz oder lang festangestellte Mitarbeiter einstellen möchte.

  • Müssen für die Gründung und den Betrieb irgendwelche Rechtsvorschriften beachtet oder Qualifikationsnachweise erbracht werden?

Wie bei allen anderen Kapiteln kommt es hier auch auf die Argumentationslinie (der sog. „rote Faden“) und geeignete Formulierungen an.

Finanzplan

Der nächste und entscheidende Abschnitt sollte der Finanzplan sein: Er stellt Deine prog­nos­tizierte Unternehmensentwicklung in Zahlen dar und deckt auf, ob Deine Unter­nehmung tragfähig ist. Zur Beantragung des Gründungs­zuschusses werden „nur“ drei Bestandteile eines Finanzplans benötigt, nämlich Kalkulationen über Deinen erforderlichen Unternehmerlohn, Deinen Kapitalbedarf und dessen Finanzierung als auch eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau (-> ausführlicher in unserem Blogbeitrag „Finanzplan für den Gründungs­zuschuss erstellen“). Es sei noch angemerkt, dass für andere Förder­programme, für Investoren oder gewisse (regionale) fachkundige Stellen weitere Kal­ku­lationen, wie beispielsweise eine Liquiditätsplanung, interessant und erforderlich sein könnten – auf die wir allerdings hier nicht näher eingehen werden.

SWOT-Analyse

Im letzten Abschnitt solltest Du eine realistische (und ehrliche) Einschätzung Deiner Unternehmung mittels der gängigen SWOT-Analyse (ein Akronym für „Strengths“=Stärken, „Weaknesses“=Schwächen, „Opportunities“=Chancen und „Threats“=Risiken) durchführen. Hierbei werden die folgenden vier Kategorien untersucht, wobei die ersten beiden interne Unternehmensmerkmale sind und die letzten beiden zur externen Umfeldanalyse gehören:

  • Stärken: Welche Stärken hast Du und Dein Unternehmen, die Dir im Wettbewerb einen Vorteil verschaffen (z.B. innovative Produkte, Know-how, niedrige Fixkosten, Standort in Kundennähe, qualifizierte Mitarbeiter)?

  • Schwächen: Welche Schwächen hast Du und Dein Unternehmen, die Dir im Wett­bewerb einen Nachteil verschaffen und sich negativ auf den Erfolg auswirken könnten (z.B. geringe Finanzkraft, fehlendes Know-how, Abhängigkeit vom Partner oder Lieferant, kein eigener Vertrieb)?

  • Chancen: Welche Faktoren und Entwicklungen im Umfeld oder am Markt könnten Dir Chancen ermöglichen (z.B. Trends, technologische Entwicklung, Veränderung im Kundenverhalten, Produktverbesserung, mehr Kaufkraft von Kunden)?

  • Risiken: Aus welchen Faktoren und Entwicklungen im Umfeld oder am Markt könnten sich Risiken entwickeln (z.B. gesetzliche Änderungen, neue Konkurrenten, Kündigung von wichtigen Mitarbeitern, Imageverlust, Verlieren von wichtigen Schlüsselkunden)?

Visualisierung der (kombinierten) SWOT-Analyse
Abbildung 1: Visualisierung der (kombinierten) SWOT-Analyse

Als nächsten Schritt kannst Du diese beiden Ansichten (intern + extern) kombinieren. Die obige Abbildung zeigt eine solche SWOT-Analyse: Hier kannst Du Dich fragen, welche Deiner Stärken und Schwächen Dir neue Chancen ermöglichen und welche zum Risiko werden könnten? Argumentiere in der „Risiko-Zeile“ immer, wie Du die Risiken „abfedern“ oder weitestgehend vermeiden willst: Speziell für den Gründungs­zuschuss könntest Du beispielsweise als Schwäche die „geringe Finanzkraft des Gründers“ (in der Gründungs- und Anlaufphase) anführen, die dann das Risiko birgt, dass man sein Gründungsvorhaben nicht finanziert bekommt. Diese könntest Du z.B. durch Aufnahme von Fremdkapital, wie beispielsweise ein zinsloses Familiendarlehen oder eben die erforderliche Förderung durch den Gründungs­zuschuss, kompensieren.

Damit wäre Dein Businessplan abgeschlossen. Lies ihn unbedingt noch einmal durch und gebe es auch anderen Personen zum Lektorat: Je fehlerfreier und je besser formuliert Dein Businessplan ist, desto besseren Eindruck macht er auf die Entscheidungsträger (hier: die fachkundige Stelle und Arbeitsagentur) und desto höher natürlich Deine Erfolgschancen.

Referenzen

Axel Singler. Businessplan. Bd. 136. Haufe-Lexware, 2008.

Andreas Lutz. Businessplan für Gründungszuschuss-, Einstiegsgeld- und andere Existenzgründer. Linde Verlag GmbH, 2010.

Andreas Lutz und Christian Bussler. Die Businessplan-Mappe: 40 Beispiele aus der Praxis. Linde Verlag GmbH, 2015.

Doug Leigh. SWOT analysis. In: Handbook of Improving Performance in the Workplace: Volumes 1-3 (2009), S. 115–140.